Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe 10 des Vilstalboten.

Kirche und Wirtshaus gehören in Bayern zusammen. Dass diese Tradition in Seifriedswörth wieder auflebt, ist entscheidungsfreudigen und zupackenden Menschen zu verdanken. Rückblick…
In Seifriedswörth, gegenüber der Kirche, gab es lange Zeit ein Wirtshaus. Doch dann stand es leer. Und somit existierte auch kein Dorfmittelpunkt mehr. Kein
Plätzchen für’s Kartenspielen, für den Frühschoppen, für einen Ratsch, für den Austausch von Neuigkeiten, für ein Bier in gemütlicher Runde…, kein Platz für Vereine. Als das Gebäude zum Verkauf
stand, entschloss sich die Gemeinde Wurmsham (Seifriedswörth ist ein Ortsteil von Wurmsham),
es zu kaufen.

Bürgermeisterin Maria Neudecker erinnert sich, dass das eine flotte Entscheidung war, denn man wollte auf keinen Fall irgendeinen auswärtigen Investor
im Dorf. Und: Hier sollte auch wieder ein Gasthaus entstehen. Volle Unterstützung erhielt die Gemeinde Wurmsham dabei von der Verwaltungsgemeinschaft
Velden. Schließlich ging es ja nicht nur um kräftige finanzielle Investitionen, sondern auch um jede
Menge behördliche Vorgänge. Auch die Dorfbevölkerung wurde miteinbezogen, es gab entsprechende Versammlungen. Und so stand fest, dass das Gebäude wieder ein Gasthaus und der Dorfmittelpunkt werden sollte, und die Heimat für den Schützenverein Eichenlaub Seifriedswörth.
Und los ging’s…

Die Maßnahme wurde in das Programm „Einfache Dorfentwicklung“ des Amtes für ländliche Entwicklung Niederbayern eingebunden, wodurch staatliche Zuschüsse zugesagt werden konnten. Dann begannen die Bauarbeiten (eine Komplettsanierung mit Anbau), die äußerst aufwändig waren, denn am Gebäude hatte der Zahn der Zeit schon gewaltig genagt. Als hervorragende Entscheidung erwies sich, dass die Architekten
Andrea Püttmann-Schosser und Werner Meilinger engagiert worden waren – denn sie sind auf solche Projekte spezialisiert und stecken hier nicht nur ihr
Knowhow und ihre Erfahrung hinein, sondern auch ihr ganzes Herzblut. Und: Die Dorfgemeinschaft brachte sich in beeindruckender Weise mit ein. Zu einem „harten Kern“ von rund 20 rührigen Bürgern kamen noch viele weitere Dorfbewohner hinzu, die tatkräftig und ehrenamtlich auf der Baustelle mitarbeiteten und auch Baumaschinen kostenlos zur Verfügung stellten. Bürgermeisterin Maria Neudecker ist immer noch begeistert, wenn sie daran zurück denkt und spricht allen ein großes Lob aus. Dank dieses riesigen ehrenamtlichen Engagements (3250 freiwillige Arbeitsstunden!) konnten die Kosten für das Projekt im Rahmen gehalten werden. Und ein wunderbarer Nebeneffekt der Baustelle war, dass sich etliche Dorfbewohner hier kennengelernt haben und neue Freundschaften entstanden sind. Gemeinde, Handwerksfirmen, Dorfbewohner – alle zogen am gleichen Strang. Und so wurde das alte Gebäude wieder in ein schönes Gasthaus verwandelt, mit der gemütlichen Gaststube und vier modernen Gästezimmern.

Dazu kommen der Biergarten im Innenhof und das historische Salettl, das früher eine Holzkegelbahn
war und mit Hilfe eines Krans aufwändig versetzt wurde. Im neuen Anbau des Gasthauses befindet
sich der Saal für verschiedene Veranstaltungen
und der elektronische Schießstand der Eichenlaub-Schützen Seifriedswörth, die ab der neuen Saison hier wieder ihr Vereinslokal haben. Und im gleichen Gebäude wurde Platz geschaffen für einen Dorfladen, in dem es vieles für den täglichen Bedarf gibt. Und nun ist es fertig! Am kommenden Freitag, 8. März, wird gefeiert, im Rahmen einer offiziellen
Eröffnung mit geladenen Gästen (um 16 Uhr) und beim Tag der offenen Tür von 18 bis 20 Uhr!
Die Bevölkerung aus nah und fern ist herzlich eingeladen, den neuen Dorfmittelpunkt zu besichtigen und mitzufeiern.